Neuigkeiten, Wissenswertes, Rezepte, Kulturtipps...



Ausgabe November 2009 des Reise-Newsletters

(Ältere Ausgaben des Newsletters finden Sie im Archiv.)


Guten Tag!

Olé! Der neue Newsletter ist da!

Nach einer Pause gibt es ihn nun endlich wieder, den Geotoura-Newsletter! In dieser Ausgabe erfahren Sie, was es so Neues gibt bei uns.
Gregor Bonk, unser Incoming Manager, führte ein Interview mit einem Experten für Olivenöl, und außerdem erwartet Sie ein Bericht über eine fast „vergessene“ Region Spaniens.
Lassen Sie sich überraschen!
Neben vielen Insider-Tipps und Informationen möchten wir Ihnen auch einfach Unterhaltsames zum Lesen bieten.

Viel Spaß beim Stöbern wünscht

Julia Berka (neue Mitarbeiterin bei Geotoura)

Inhalt

Neues von Geotoura

Novedades aus Spanien

Tipps

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Neues von Geotoura

Reisemessen 2009/2010

Unseren neuen Katalog mit dem Reiseangebot für 2010 präsentieren wir auf zwei verschiedenen Messen. Vom 13. bis 15. November findet die VIVA TOURISTIKA & Caravaning in Frankfurt am Main statt. Die Messe ist in den letzten zwei Jahren stark gewachsen und zu dem größten Reise-Event in Hessen geworden. Es werden Reiseziele aus der ganzen Welt präsentiert. Wir sind mit einem eigenen Messestand (Stand D28) persönlich vor Ort und würden uns freuen Sie dort begrüßen zu dürfen. Täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr in der Messe Frankfurt, Halle 3 in der Ludwig-Erhard-Anlage 1.
Vom 16. bis 24. Januar 2010 präsentieren wir unseren Katalog auf der CMT Urlaubs-Messe in Stuttgart. Es handelt sich um die größte Publikumsmesse für Freizeit und Touristik in Europa. Wir freuen uns schon darauf, Sie dort an unserem Messestand (Halle 8, Stand 8D27) persönlich beraten zu dürfen.

Julia Berka

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Spanischer Abend im Flamenco-Studio Renate Wagner

Am 26. September 2009 lud der Andalusienspezialist Geotoura zu einem Spanischen Abend mit dem Motto „Erleben Sie ein Stück Spanien in Mannheim“ ein. Das Flamencostudio von Renate Wagner bietet neben fundiertem Flamencotanz-, Gesangs- und Cajónunterricht auch regelmäßig Workshops, durchgeführt von aktuellen Stars der spanischen Flamencoszene. Das andalusisch-mediterran angehauchte Ambiente dieser einzigartigen Schule machte den Spanischen Abend zu etwas ganz Besonderem. Die Veranstaltung bot neben einem hochkarätigen, musikalischen Rahmenprogramm die Möglichkeit, sich über Reisen nach Andalusien auszutauschen und das Konzept von Geotoura näher kennen zu lernen.
Wieder einmal begeisterte der in Düsseldorf lebende Flamencogitarrist und Komponist Michio die Zuhörer durch seine anspruchsvolle und kreative Spieltechnik des Flamencos.
Andreas H. Müller, Leiter der Geotoura-Foto-Wanderreisen, präsentierte seine beeindruckenden Fotoimpressionen und erzählte Spannendes über die Geotoura-Themenreise.
Für das leibliche Wohl sorgte ein liebevoll zubereitetes Tapas-Buffet mit einer großen Auswahl an typischen „Tapas-Häppchen“. Abgerundet wurde das Ganze durch eine Sevillana-Tanzvorführung. Sevillana ist ein andalusischer Volkstanz, der zur Flamenco-Kunst zählt. Es war ein gelungener Abend und der frühherbstliche Kälteeinbruch hier in Deutschland konnte auch nicht verhindern, dass ein Stück Spanien nach Mannheim geholt worden ist.

Julia Berka

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Neuer Katalog 2010: Urlaub mal ganz anders

Geotoura Reisen 2009/2010

Unser neuer Katalog ist da!
Auf unseren Rundreisen lernen Sie eine der faszinierendsten Regionen Spaniens kennen – Andalusien: Ein einzigartiges Kunst- und Kulturgut, entstanden aus der Begegnung verschiedenster Kulturen. Vielfältige Naturlandschaften, faszinierend durch ihren gegensätzlichen Charakter, wie sie auf so engem Raum nur selten anzutreffen sind.
In unserem neuen Reiseangebot für 2010 haben Sie nun erstmals die Möglichkeit auch Kastilien und die Extremadura oder Marokko mit uns zu bereisen. Lernen Sie die Höhepunkte der maurischen Kultur auf einer Kombinationsreise durch Marokko und Andalusien kennen, oder entdecken Sie das geschichtsträchtige kastilische Toledo, die spanische Hauptstadt Madrid und die an Andalusien grenzende, touristisch noch weitgehend unberührte Provinz Extremadura. Eine weitere Neuheit ist unsere „Kulturstudienreise für Gourmets“: kulinarische Gaumenfreuden, luxuriöse Unterkünfte, sowie natürlich ein reiches kulturelles Angebot. Auf unserer „Sonderreise zu Silvester“ können Sie mit Geotoura ins Neue Jahr starten.
Neben unserem vielfältigen Angebot an Gruppenreisen bieten wir auch Individualreisen mit dem Mietwagen durch Andalusien und, jetzt neu, durch die Extremadura an. Auf Wunsch erstellen wir Ihnen ein kostenloses Angebot, das auf Ihre persönlichen Erwartungen abgestimmt wird. Eine Reise, so individuell wie Sie selbst!

Julia Berka

Unseren Katalog mit den neuen Reiseangeboten im Jahr 2010 erhalten Sie als PDF-Datei oder auf Anfrage auch gerne per Post.

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Novedades aus Spanien

Die „vergessene“ Region Spaniens

Dies Land ist eine Jungfrau.
Ihre Kleider sind rings mit Frühlingsblumen überreich bestickt.
Der Himmel liebt sie heiß.
Er ist ein Hungerleider, den überall das Weh der Liebe zwickt.

Ibn Sara, Badajoz 11. Jahrhundert

Extremadura

Als ich unlängst einen Montagabend auf der Wohnzimmercouch verbrachte und die Millionenshow mit Günther Jauch im Hintergrund lief, kam plötzlich die Frage: „Wobei handelt es sich um eine autonome Region in Spanien?
A: Krassilien
B: Extremadura
C: Costa de Niente
D: Navaska
Und mal ganz ehrlich, hätten Sie´s gewusst? Der Kandidat nämlich nicht. Nicht mal das Publikum konnte ihm hier weiterhelfen, denn das setzte auf Krassilien.
Aber nicht doch, es handelt sich natürlich um die Extremadura, um die Region, die Sie jetzt auch mit Geotoura bereisen können.
Die zu Unrecht wenig beachtete autonome Region Extremadura grenzt an Portugal, hat eine Fläche von 41.634 km² und erstreckt sich damit über 8,3% der spanischen Masse. Diese Fakten zähle ich nur auf, damit jetzt das Folgende noch mehr wirkt, denn mit einer Bevölkerungsdichte von 25 Einwohnern pro km² stellt die Extremadura nur 2,6% der Einwohner Spaniens. Die einzige Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern ist Badajoz. Die nächstgrößeren Städte sind Cáceres mit ca. 91.000 Einwohnern und die Hauptstadt Mérida (ca. 54.000 Einwohner), die für ihre zahlreichen Denkmäler aus der Römerzeit bekannt ist.
Aber woher kommt jetzt der Name „Extremadura“? Hier scheiden sich die Geister und der Leser entscheide selbst, welche Antwort ihm besser gefällt. Die einen behaupten, dass der Name Extremadura von „Extremos del Duero“ stammt, was “Jenseits des großen Flusses Duero” bedeutet. Die Anderen glauben, dass der Name, der ins Deutsche übersetzt „extrem hart“ heißt, auf die harte, für die Bauern schwer zu bestellende Erde zurückzuführen ist.

Die Einwohner, die Extremeños genannt werden, sind frohe, offene und freundliche Leute, die jedoch gegen ein großes Vorurteil zu kämpfen haben. Im spanischen Volksmund gelten zum Beispiel die Katalanen als fleißig und geschäftstüchtig (das wäre also quasi die spanische Ausführung des „typischen“ Deutschen), die Kastilier als streng und abweisend und die Andalusier als leichtlebig. Und die Extremeños gelten nun einmal leider als „zurückgeblieben“. Es gibt sogar eine spanische Redewendung, die lautet: „Estás en las Batuecas.“, und wörtlich übersetzt: „Du bist in den Batuecas.“, bedeutet. Die Batuecas sind ein Tal, das zwischen den Provinzen Cáceres und Salamanca liegt, also noch in der Extremadura. Die Spanier verwenden diesen Spruch, wenn sie jemandem mitteilen wollen, dass er oder sie total geistesabwesend oder zerstreut ist, oder auf gut Deutsch gesagt, einfach „voll daneben“ ist. Doch durch diese Stereotypen lassen sich die Extremeños heute nicht mehr einschüchtern, denn das Bewusstsein und der Stolz für den Wert der eigenen Landschaft und Kultur begannen in den letzten Jahren immer mehr zu wachsen. Eine bedeutende Rolle spielte in diesem Zusammenhang Anfang der 70iger Jahre die Gründungen der Universitätsfakultäten in Badajoz und Cáceres, die der berühmten und geschichtsträchtigen Universität von Salamanca zugeordnet sind. Von diesen Instituten gehen seither wichtige Impulse für ein regionales Selbstbewusstsein aus. Auch als Urlaubsziel gewinnt die Extremadura immer stärker an Attraktivität. Zwar ist sie vom internationalen Tourismus noch relativ „verschont“ geblieben (Andalusien und die Extremadura sind im Hinblick auf Tourismus kein Vergleich), aber unter den Madrileños werden Städte wie Trujillo und Cáceres als Wochenendziele immer beliebter und die Extremadura gilt mittlerweile schon als Geheimtipp für einen Urlaub zum „Wieder-Kraftschöpfen“. Und an dieser Stelle möchte ich unbedingt betonen, dass die Extremadura mit all ihren herrlichen Tälern, mit der einzigartigen Flora und Fauna, mit ihrem unerschöpflichen kulturellen Erbe, mit ihren Traditionen und Festen und ihren bezaubernden Dörfern und Städten auf jeden Fall eine Reise wert ist!
Als ich mich damals, als ich noch studierte, entschloss ein Auslandsjahr irgendwo in Spanien zu absolvieren, hatte ich vorher noch nie von der Region Extremadura gehört. Doch wie das Schicksal so spielt, war nur noch ein Studienplatz frei und dieser an der Universität von Cáceres. So, das erste, was ich machte, denn ich musste mich innerhalb von 24 Stunden entscheiden, ob ich diesen Platz für ein ganzes Jahr besetzen wollte, war, dass ich nach Hause lief, den Atlas aufschlug und dieses Cáceres suchte. Aha, irgendwo im nirgendwo, an der portugiesischen Grenze, in der so genannten Extremadura, fand ich es auch schließlich. Alles klar, warum denn nicht, scheint ja ganz nett zu sein dort… Ich machte mich also mit meinem damals noch dürftigem Spanisch auf nach Cáceres, ohne wirklich zu wissen, was mich dort erwartet. Nachdem ich den ersten Kulturschock überwunden hatte und mein Spanisch nach und nach besser wurde, begann ich diesen Ort, in dem ich mir vorkam wie im „tiefsten“ Spanien, zu lieben. In der Extremadura kommt man mit Englisch oft nicht weiter, aber dafür wird man meist in Dörfern manchmal von älteren Bewohnern plötzlich auf Deutsch angesprochen. Die erzählen dann mit voller Begeisterung und Stolz von ihrer Zeit in den 60iger Jahren als Gastarbeiter in Deutschland. Damals, nachdem Franco die Grenzen etwas öffnete, wanderten Millionen von Spaniern nach Deutschland aus, um dort zu arbeiten und Geld zu verdienen, dass sie dann nach Spanien zu ihren Familien schickten. Gerade aus der Extremadura, das zu den ärmsten Gegenden Spaniens zählt, mussten ganz viele Menschen emigrieren.

In der Extremadura leben schätzungsweise fast so viele Störche wie Menschen, übertrieben ausgedrückt. Doch die Störche sind wirklich etwas Besonderes dort. Als ich damals in Cáceres ankam, war ich allerdings maßlos enttäuscht, denn es ließ sich kein einziger Storch blicken. Es gab nur leere Nester. Die Störche waren schon längst noch weiter in den Süden gezogen, um dem Winter zu entkommen. Ich dachte bei mir, dass mir wohl eine große Lüge aufgetischt worden war. „Es gibt ja hier gar keine Störche, von denen alle immer so schwärmen!“ Dafür war es umso schöner, als sie zurückkehrten! Was soll ich sagen, einfach wunderbar! Und sie sind wirklich überall und klappern und sind schön anzuschauen.
Natürlich müssen hier auch die Gaumenfreuden, die uns in der Extremadura erwarten, ihre Erwähnung finden. Der Jamón Ibérico de Bellota oder Bellota (= Eichel)-Schinken, der von den schwarzen Schweinen stammt, wird von vielen Experten als der beste Schinken der Welt bezeichnet. Diese Schweine laufen frei durch die Dehesas (= beweidete Eichenhaine) der Extremadura und ernähren sich von den Früchten der Steineiche und erlesenen Kräutern, die dort wachsen. Mhmm, das schmeckt man.

Schwein

Jeder, der schon einmal von diesem Schinken gekostet hat, dem muss doch jetzt, so wie mir, das Wasser im Mund zusammenlaufen. Eine weitere Delikatesse aus der Extremadura ist der Torta del Casar, ein spanischer Schafskäse. Er ist nach seinem Herkunftsort Casar de Cáceres benannt und wird ausschließlich aus Milch von Merino Schafen hergestellt. Es ist ein „Hardcore-Käse“, wenn man das so sagen darf, denn er hat einen sehr intensiven Geschmack. Der Käse ist im Inneren weich und flüssig und man schneidet eine Öffnung in die sehr harte Schale und schöpft den Inhalt mit einem Löffel aus. Ich kann nur sagen: „Lecker!“, fast so wie ein Schweizer Käse-Fondue.
Die Semana Santa, also die Karwoche, wird in der Extremadura so wie in ganz Spanien sehr zelebriert. In Cáceres zieht am Karfreitag die Prozession des Cristo Negro (= schwarzer Christus) durch die Gassen. Es wird nicht gesprochen und es spielt auch keine Blaskapelle, wie meist sonst bei den Prozessionen in der Semana Santa, sondern es ertönen nur Paukenschläge, die in den vielen verwinkelten Gässchen wiederhallen. Es herrscht Totenstille, während die schwarze Christusfigur getragen und von den Menschenmassen ehrfürchtig und traurig beobachtet und angebetet wird. Plötzlich zerreißt eine Saeta die Stille, die irgendjemand in der Menge spontan und von Emotionen mitgerissen anstimmt. Die Saeta ist ein religiöser Bittgesang, der mit dem Flamenco verwandt zu sein schein. Dieses Spektakel löst Gänsehaut aus und man ist nur fasziniert von diesen Emotionen in diesem fast furchteinflößenden Rahmen. Das ist sie auch die Extremadura, Extremadura pur sozusagen.
Es gibt so viel zu erleben und zu sehen in der Extremadura. Atemberaubendes und Schockierendes, Mystisches und Unglaubliches. Ich weiß gar nicht, wie ich all meine Eindrücke und Erlebnisse in Worte fassen soll, aber ich bin sowieso der Überzeugung, dass man selbst dort hinreisen muss, um zu wissen, um was es geht. Ich möchte hier jetzt auch nicht alle Sehenswürdigkeiten, Städte, Täler und Naturparks aufzählen, die man dort besichtigen kann, es geht mir vielmehr darum, zu vermitteln, dass eine Reise in die Extremadura etwas Fesselndes und Einzigartiges ist. Eine Reise, die man nie mehr vergessen wird, weil sie auf Pfade führt, die weit weg sind von dem Massentourismus, der bereits viele Teile unserer Erde vernichtet hat.
Zum Schluss korrigiere ich den Titel dieses Artikels. Er müsste doch eigentlich heißen: Extremadura – Die unvergessliche Region Spaniens.

Julia Berka

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Tipp: Señorio de Vizcántar – unser andalusisches Lieblingsolivenöl, natürlich nativ extra.

Seit Jahren ist Geotoura auf den Spuren von „Señorio de Vizcántar“ unterwegs, dem hochwertigen Olivenöl des Plantagenbesitzers Fermín Rodríguez Jiménez. Auf einer Fahrt nach Córdoba darf eine „Cata de aceite“, eine Olivenölprobe, nicht fehlen. Als erstes erklärt Fermín, wie wichtig es ist, beim Kauf von Olivenöl darauf zu achten, dass es sich nicht nur um natives Olivenöl, sondern speziell um natives Olivenöl extra handelt. Mit dieser Wahl erhalten die Verbraucher ein Öl, das kaltgepresst aus Oliven, schonend und ohne übermäßige Temperatureinwirkung hergestellt wird. Ein Natives Olivenöl Extra in hochwertiger Qualität, das neben uns sogar der Feinschmecker empfiehlt, ist Señorio de Vizcántar.
Die Qualität dieses Olivenöls in fruchtig mildem Geschmack ist gemäß der EU-Norm gesichert – die Oliven stammen aus der geschützten Region Priego de Córdoba.
Auf der Internetseite www.feinschmecker-olivenöl.de erfahren Sie mehr und können das Olivenöl online bestellen.

Weihnachtsspecial!!!!

Allen Geotouristen und Andalusien-Liebhabern werden zu Weihnachten die Versandkosten geschenkt. Mit der Eingabe von 'geotoura' (im Schritt 2 des Bestellprozesses unter Aktionskupon) werden der Bestellung die Versandkosten gutgeschrieben. Bis Weihnachten 2009 können damit alle das native Olivenöl extra – Señorio de Vizcántar - versandkostenfrei bekommen.

Andreas Becker, Aceites Vizcántar Olivenölprodukte

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Interview mit Fermín Rodríguez Jiménez, Señorio de Vizcántar

Weit im Süden Spaniens, im Herzen Andalusiens, 100 km südöstlich von Córdoba, im Naturpark der Sierra Subbética liegt die Heimat von „Señorio de Vizcántar“. Zwischen den silber glitzernden Olivenbäumen, die sich links und rechts der Straßen aneinander reihen, schimmert gelber Grund, der hier und da bis ins stumpfrote Ocker geht. Nahe dem Dorf Brácana werden aus den Straßen mehr und mehr Bauernwege. Einer führt steinig bergab; streckenweise ist er halb zugewachsen. Wir sind mittendrin in einem Olivenhain der Familie von Fermin Jiménez (Aceites Vizcántar).
Unser Incoming Manager, Gregor Bonk, hat sich mit Fermín Rodríguez Jiménez getroffen und mit ihm über sein Unternehmen, die Sierra Subbética und natürlich über Oliven in all ihren Formen gesprochen:

Wie lange arbeitet das Unternehmen schon in der Olivenproduktion?

Schon seit Generationen. Natürlich war die Produktion vorher eher klein und nicht kommerzialisiert. Viel war für den Alleinverbrauch und für den regionalen Verkauf bestimmt. Richtig geändert hat sich das vor ca. 20 Jahren.

Wie viele Personen arbeiten in der Produktion?

Es kommt darauf an. In der Erntezeit von November bis März/April bis zu 20 Personen. Je nachdem wie gut die Ernte ausfällt, wie die Wetterlage ist und wie schnell gearbeitet werden muss.

Wann wird geerntet?

Die Ernte beginnt wie gesagt ca. im November. Als erstes werden die grünen Oliven gepflückt, die für den Verzehr bestimmt sind und nicht für das Öl. Diese werden dann je nach Methode eingeleg und bearbeitet (gereinigt, gewürzt, verpackt). Danach beginnt die Ernte der Oliven, die für das Öl verwendet werden. Hier gibt es wiederum Unterschiede in den Arten. Es gibt Olivenbäume, die schneller reif werden und andere, die langsamer reifen. Das gibt uns Zeit nach und nach die verschiedenen Oliven zu pflücken.

Wie wird geerntet?

Auch hier kommt es auf den Baum an. Es gibt Bäume, die sich gut schütteln lassen, so dass die Oliven in ein Netz fallen, das um den Baum gespannt wird. Dann gibt es Bäume, die sich nicht so einfach schütteln lassen. Hier kommen Traktoren zum Einsatz, die mit einem speziellen Aufsatz (Zange) den Baum schütteln. Aber trotzdem muss man einen Teil weiterhin von Hand pflücken.

Was oder wer ist der größte Feind der Olive?

Als Insekt ganz klar die Olivenfliege. Allerdings, und das ist auch nachweisbar, haben wir in der Sierra Subbética das Glück einer intakten Landschaft. Der Vogelbestand ist relativ hoch, so dass wir einen natürlichen Verbündeten haben, der die Fliegen frisst. Andere Regionen haben dieses Glück nicht. Dann kommt natürlich das Wetter hinzu. Diesen Sommer hatten wir zum Beispiel im August das Pech, dass wir ein extremes Unwetter hatten. Mit Hagel und heftigem Regen. Das hat circa. 30% der Produktion zerstört. Durch den Sturm sind viele Oliven abgefallen und einige wurden durch den Hagel am Baum beschädigt. Die Olive ist sehr druckempfindlich.

Wie viel Pflege braucht der Baum?

Wie schon erwähnt ist der Olivenbaum sehr genügsam. Wichtig ist besonders zur Reifezeit von Juni bis Oktober, dass der Boden perfekt gesäubert werden muss. Die Olive absorbiert den Geschmack der Gräser, die um den Baum wachsen, sehr schnell. Sowohl die „positiven“ - als auch die „negativen“ Gräser. Alle 2 Jahre werden die Äste nachgeschnitten. Die Blätter müssen jedes Jahr entfernt werden, damit die Frucht genug Sonne bekommt.

Kommen Pestizide zum Einsatz?

Bei uns weniger bis gar nicht. Hier haben wir auch unsere Produktlinie ÖKO. Das wird auch streng kontrolliert. Wie ihr ja wisst, hatten wir in Spanien einige Skandale was das Öl angeht. Deshalb wurden sehr strenge Richtlinien erlassen. Nicht nur bei Chemikalien, sondern auch in der Olivenölproduktion selbst. Wir versuchen natürlich nach bestem Gewissen auf Chemikalien zu verzichten.

Das interessiert immer viele. Wie viel Liter Öl gewinnt man mit einem Baum?

Wenn der Baum gute Früchte trägt, zwischen 25-30 Liter. Manchmal auch etwas mehr.

Ölbaum

Wie alt werden die Bäume?

Wir haben auf unserer Finca, was auch die Gäste von Geotoura sehen bei Ihrer Besichtigung, zwei spezielle Bäume. Der eine ist ca. 1000 Jahre alt und der andere 1500 Jahre. Die Proben wurden von der Universität in Córdoba unternommen und sind +-100 Jahre genau. Das heißt, unser 1500 Jahre alter Baum hat schon die Römer ernährt. Was die wenigsten wissen ist, dass nach den Römern die Westgoten mit den Olivenbäumen nichts anfangen konnten und somit die Produktion nahezu 200 Jahre brach lag. Erst die Mauren haben die Olivenölproduktion wieder angefahren. Was aber das besondere ist, um wieder auf den alten Baum zurück zu kommen, ist, dass dieser Baum immer noch hochwertige Früchte trägt. In der Regel kann man aber sagen, dass Bäume nach 200 Jahre erneuert werden müssen. Kommt aber auch darauf an, wie lange sie gute Früchte tragen.

Gründe warum man Olivenöl verwenden sollte?

Es gibt viele. Der wichtigste: Die phenolische Verbindung Oleuropein aus Olivenöl hat eine hohe antioxidative Wirkung und schützt vor dem Herzinfarkt. Das Olivenöl ist nachweislich gut für die Blutgefäße. Und vor allem schmeckt es vorzüglich.

Es gibt eine Vielzahl von Ölen, die man kaufen kann. 1-2 Tipps worauf man achten sollte?

3 Kriterien sind wichtig. Es gibt drei verschiedene Öle. Virgen, Virgen extra und normales Olivenöl.
Wenn man ein gutes Olivenöl haben möchte, sollte man ein Virgen Extra kaufen. Dieses Öl ist unverfälscht und von seinem Geschmack und Geruch ganz klar das Beste und auch für „Nicht-Profis“ leicht zu erkennen, bzw. zu „erschmecken“. Zudem hat dieses Öl alle Vitamine, die bei der Kaltpressung für Virgen Extra nicht verloren gehen.

In Deutschland findet man überwiegend italienische Öle, obwohl Spanien doch ein weitaus größeres Anbaugebiet ist. Woher kommt das?

Nun. Die Italiener sind uns im Marketing und Vertrieb um einiges voraus. Aber das kuriose ist, dass die Italiener vielfach unser spanisches Öl kaufen, dann in Italien abfüllen und als ihres verkaufen. Das ist nicht verboten. Wichtig bisher, ist der Abfüllungsort. Und der ist dann in Italien. Das gilt aber auch für andere Länder.

Viele Leute fragen sich, ob das Geschäft mit dem Olivenöl profitabel ist. In letzter Zeit werden auch hier in Andalusien viele Fincas verkauft, richtig?

Puh. Na ja, der Preis ist im letzten Jahr um circa 16% gefallen, liegt aber immer noch um 6% höher als vor 4 Jahren. Aber die Tendenz geht nach unten. Aber das betrifft ja nicht nur die Olive. Generell sind viele Anbauprodukte nicht mehr rentabel. Uns geht es noch ganz gut. Allerdings muss man schauen, wohin der Trend geht. Für viele Anbauer kommt nur noch der maschinelle Einsatz in Frage, um rentabel zu arbeiten. Das ist natürlich verheerend. Hier muss man abwarten, was die nächste Zeit bringt. Aber richtig ist, dass man ohne familiäre Arbeiter und mit eigenem Einsatz keinen Betrieb führen kann. Man muss vieles selber machen.

Was kann man aus den Oliven noch gewinnen außer Öl?

Zum einen lassen sie sich natürlich essen. Zum anderen machen wir mittlerweile Olivenmarmelade und Patés (süß und sauer). Dann natürlich die Kosmetika: Seifen, Handcremes, Lippenbalsam, Körperlotion. Alles das kann man aus der Olive gewinnen. Allerdings ist der Anteil am Umsatz sehr gering. Vielleicht ca. 5%.

Und das Holz? Wenn der Baum gefällt wird?

Richtig. Dieser wird entweder als Brennholz verwendet oder für die Möbelproduktion.

Wir sind nun im Oktober. Das heißt, die Ernte beginnt bald?

Ja, schon nächste Woche. Aufgrund der ungewöhnlichen Regenfälle im September und der Wärme sind die Früchte früher reif als sonst.

Wie sieht die Qualität dieses Jahr aus?

Sehr gut. Genauso wie letztes Jahr. Hätten wir das Unwetter im August nicht gehabt, würden wir sogar noch besser abschneiden.

Noch eine letzte Frage was unsere Gruppen angeht. Die werden doch nächstes Jahr weiterhin hier ihre Proben machen können?

Con mucho gusto. Por supuesto. Wir freuen uns schon. Die Probe werde ich machen oder mein Partner. Wir hoffen, dass die Gäste einiges mitnehmen nach Deutschland und das Öl schätzen lernen. Damit meine ich nicht den Verkauf (lacht).

Okay. Vielen Dank, für das Interview und viel Glück bei der Ernte und bis zum Frühjahr mit unserer ersten Gruppe.

Gregor Bonk

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Tipps

Rezept: Migas

Migas

Zu Deutsch heißt Migas „Krümel“, und bei Migas handelt es sich auch wirklich lediglich um Brotkrümel. Natürlich lecker zubereitet! Migas sind ein spanisches traditionelles Bauern- bzw. Hirtengericht bei dem altes Weißbrot verwertet wird. Man vermutet, dass das Gericht von dem arabischen Couscous mit Mehl abstammt, den man in den christlichen Teilen Spaniens mit Brot und Schweinespeck zubereitete, um sich von arabischen und jüdischen Speisen zu unterscheiden. Obwohl es ein sehr traditionelles Gericht ist, gibt es sehr viele Varianten in den verschiedenen Regionen Spaniens. Es kann süß oder mit Fleisch zubereitet werden. Die süßen Varianten bestehen meist aus den Migas mit Weintrauben, Melone oder Schokolade und zu den deftigeren Migas werden Chorizo, Schweinespeck, grüner Paprika oder Blutwurst beigemischt. Migas werden heutzutage auch oft als Tapas in den andalusischen Bars serviert.

Zutaten für 3-4 Personen für Migas mit Jamón Serrano und Chorizo

  • 500 g schon härteres Weißbrot
  • ca. 1/8 l Milch
  • 4 EL Wasser
  • 3 Knoblauchzehen
  • 2 EL Paprikapulver
  • Salz und Pfeffer
  • 5 EL Olivenöl
  • 100 Gramm Schinken (Jamón Serrano)/ am besten gewürfelt
  • Chorizo

Zubereitung

Das Brot zu Brotkrumen hacken. Mit Pfeffer bestreuen und in eine Schüssel geben. Jetzt begießt man sie mit etwas Milch. Die Knoblauchzehen klein hacken und mit dem Wasser und dem Paprikapulver vermischen. Die Migas (Brotkrumen) mit dieser Mischung übergießen und verrühren, bis die Flüssigkeit gleichmäßig aufgesaugt ist. Die so entstandene Masse am besten mit einem feuchten Tuch abdecken und einige Stunden ziehen lassen. Danach werden die Brotkrumen mit wenig Olivenöl so lange gebraten, bis sie Farbe annehmen. Die Migas etwas zerdrücken und unter ständigem Rühren den Schinken und die Chorizo unterheben.

Julia Berka wünscht einen guten Appetit!!

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CD des Monats: „Spain Again“ von Michel Camilo & Tomatito

Michel Camilo kommt aus der Karibik und ist weltbekannter Jazzpianist. Tomatito ist einer der führenden Flamenco-Gitarristen Spaniens. Gemeinsam ergeben Sie ein unvergleichliches Duo, das mit seinen Latin-Jazz-Flamenco-Kompositionen begeistert. Beide bekamen bereits im Jahr 2000 für ihre erste gemeinsam aufgenommene CD „Spain“ großes Lob. Das neue Album, welches sechs Jahre später eingespielt wurde, heißt folgerichtig „Spain again“. Die ersten vier Nummern kommen aus dem Herzen Lateinamerikas. Der zarte Eingangstrack „El Dia Que Me Quieras“ ist eine alte Nummer vom großen Carlos Gardel. Es folgen drei brillant gespielte Piazolla-Kompositionen, die zu Carlos Gardels bekanntesten Liedern zählen: Libertango, Fuga y Misterio und Adios Nonino. Dabei fasziniert, wie viel die Musiker mit ihren beiden Instrumenten zu erzeugen vermögen, wenn man bedenkt, dass diese Lieder meist mit größerer Besetzung gespielt werden. Ein weitere Höhepunkt der CD ist sicher auch die Version von Chick Coreas „La Fiesta“, in dem Camilo & Tomatito Raum für ausgedehnte Improvisationen finden.

Julia Berka

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Literatur: „Im Schatten des Granatapfelbaums: Ein Roman aus dem maurischen Spanien“ von Tariq Ali

(geboren 1943 in Lahore, Autor, Filmemacher und Historiker)

Der Roman von Tariq Ali beschreibt das maurische Andalusiens um 1500. Eine einzigartige Epoche des beinahe 800 Jahre langen friedlichen Zusammenlebens von Juden, Christen und Moslems geht zu Ende. Die Geschichte beginnt mit der Bücherverbrennung Granadas am 1.12. 1499. Die katholischen Könige haben die letzte Bastion der Mauren zerschlagen und die Moslems müssen zum katholischen Glauben übertreten oder, all ihres Hab und Gutes beraubt, das Land verlassen.
Neben der historischen Handlung erhält der Leser auch einen Einblick in die Lebensweise des maurischen Andalusiens. Es ist ein wunderbares Buch, aber auch traurig, da es auf traurig tragischen, geschichtlichen Tatsachen beruht.

Julia Berka wünscht viel Spaß beim Lesen

(Mehr Lesenswertes finden Sie auf unserer Literaturtipp-Seite.)

Kulturtipps

Aktuelle Kulturtipps zum Thema Spanien finden Sie auf unserer Kulturtipp-Seite.

Verantwortlich für den Inhalt: Vanessa Krüger, Ilona Hensel

Anregungen und Kommentare zum Newsletter sind immer willkommen. Bitte senden Sie diese an: info@geotoura.com

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