Slow Food Sardinien: Fünf Kulinarik-Highlights der Insel

Sardinien ist mit seinen Karibikstränden, den schicken Hafenorten und den imposanten Berglandschaften ein Traumziel. Und ein echtes Kulinarik-Paradies. Denn überall auf der Insel verstecken sich ursprüngliche Dörfer mit kleinen Läden, Märkten, Trattorien und Bauernhöfen, wo man landestypische Spezialitäten kaufen und probieren kann. Wein, Gemüse, Käse und frischer Fisch stehen ganz oben auf der Liste. Doch Sardinien ist noch für viele weitere Gerichte und Produkte bekannt, die in den unterschiedlichen Regionen der Insel vorkommen und dort noch ganz traditionell hergestellt und zubereitet werden. Hier kommen unsere fünf Slow Food-Favoriten, die Sie bei Ihrer Sardinien-Reise auf keinen Fall verpassen sollten.

Wenn Sie genau erfahren wollen, was genau mit der Bezeichnung „Slow Food“ gemeint ist und welche spannende Geschichte und Organisation dahinter steckt, schauen Sie doch mal bei diesem Artikel vorbei.

Culurgiones – die berühmten Teigtaschen aus dem Osten der Insel

Diese gefüllten Teigtaschen stammen aus der ursprünglichen Region Ogliastra im Osten Sardiniens, ein echtes Slow Food-Paradies mit zahlreichen Bio-Bauernhöfen und lokalen Produzenten. Das Besondere dieses Gerichtes: Die Nudeltaschen werden mit einer Kartoffel-Creme gefüllt. Was sich erst einmal nach viel zu vielen Kohlenhydraten anhört, ist ein wahres Geschmackserlebnis. Vor allem, in der traditionellen Variante, bei der der für die Ogliastra typischer Casu Axedu (leicht säuerlicher Schafskäse) mit der Kartoffelmasse vermengt wird. Jedoch findet man die Culurgiones mittlerweile überall auf der Insel und in verschiedenen Varianten, sogar schon fertig zubereitet im Supermarkt. Frisch hergestellt in einer landestypischen Trattoria und mit einer leckeren Tomatensoße oder mit Butter und Salbei serviert, schmecken sie jedoch eindeutig am besten.

Traditionelle Herstellung der Culurgiones
Traditionelle Herstellung der Culurgiones

Seadas – das Dessert, das auch zu einem Glas Wein passt

Auch bei den Seadas handelt es sich um mit Schafs- oder Ziegenkäse gefüllte Teigtaschen. Diese zählen jedoch als beliebtes sardisches Dessert, da der frittierte Teig mit Honig übergossen oder mit Zucker bestreut wird. Seadas kommen ursprünglich aus Spanien, später war das Gericht vor allem in den Regionen Sardiniens verbreitet, in denen viel Weidewirtschaft betrieben wurde, wie in der Region Ogliastra oder Gallura. Seadas werden von einigen auch gerne als „secondo piatta“, also als zweiten Hauptgang, genossen. Dann gerne zu einem guten Glas Rotwein.

Cannonau di Sardegna – ein echtes Lebenselixier

Bei diesem Rotwein wird es sich dann meistens um einen Cannonau di Sardegna handeln. Der weiche, kräftige Rotwein passt besonders gut zu Käsespezialitäten oder auch zu Wildgerichten. Der Cannonau wird überall auf Sardinien angebaut, besonders häufig jedoch in der Region Nuoro oder Ogliastra, wo man eine wundervolle Weinlandschaft vorfindet. Die Bezeichnung „Classico“ auf dem Etikett kennzeichnet die Herkunft aus diesen ursprünglichen Gebieten. Sogar als richtiges Lebenselixier zählt der Rotwein. Er weist den dreifachen Gehalt an Antioxidantien auf im Vergleich zu anderen italienischen Rebsorten und soll eine sehr positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System haben. Bei diesem Nebeneffekt gönnt man sich doch gerne auch mal ein zweites Glas.

Bottarga – sardischer Kaviar von der Küste

Nicht nur in der ursprünglichen Inselmitte verbergen sich traditionelle Leckereien. Auch in den Küstendörfern kann man so einige sardische Spezialitäten entdecken. Wie zum Beispiel die Spezialität Bottarga, auch der „sardische Kaviar“ genannt. Es handelt sich hierbei um die Fischeier der Meeräsche, die getrocknet, gepresst und dann geräuchert werden. Die Bottarga werden oft gerieben auf Spaghetti serviert oder auch in Scheiben geschnitten als Vorspeise.

Gerieben über Spaghetti findet man die Bottarga in vielen Trattorien
Gerieben über Spaghetti findet man die Bottarga in vielen Trattorien

Zuppa Gallurese – im Norden Sardiniens wird es deftig

Zum Ende unserer kleinen kulinarischen Reise durch Sardinien wird es noch einmal richtig herzhaft. Es verschlägt uns in den Norden der Insel, in die Region Gallura, die eigentlich für Ihre vielen Traumstrände, wie den Karibikstrand La Cinta in San Teodoro bekannt ist. Hier stehen natürlich Fisch und Meeresfrüchte auf der Speisekarte. Aber auch eine besondere „Lasagne“, die Zuppa Gallurese. Anstelle von Nudelplatten werden hier Brotscheiben mit verschiedenen Käsesorten geschichtet. Darüber wird eine Bouillon mit Lammfleisch gegossen und alles wird im Ofen überbacken. Die Zuppa Gallurese hat eine lange Tradition und zählte einst als einfache Speise, die nährte und die sich auch ärmere Leute leisten konnten. Heute ist es eine Spezialität, die jeder Sardinien-Besucher mindestens einmal probieren sollte.

Slow Food Sardinien geht auch zuhause

Wer nun nicht mehr abwarten möchte bis zur nächsten Sardinien-Reise, um all diese Leckereien zu probieren, kann einige Produkte auch in gut sortierten Supermärkten, in italienischen Märkten oder sardischen Restaurants in Deutschland bekommen. So kann man sich das Urlaubsfeeling schon einmal nach Hause holen. Viel Freude beim Nachkochen und Probieren.

Ihre Petra
Petra Göhrig
Geotoura-Expertin für Italien & Kulinarik
Juli 2021