Spanien-Lexikon H

Hacienda

Haciendas sind eindrucksvolle, ländliche Gebäudekomplexe, die das Erbe der römischen Villa bewahren. Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert entwickelten sie sich zu landwirtschaftlichen Großbetrieben, auf denen überwiegend Olivenanbau, Weinbau, Viehzucht oder auch Getreideerzeugung betrieben wurde. Es handelt sich um eine große, in der volkstümlichen Tradition erbaute Anlage, bestehend aus ländlichen und städtischen Architekturformen. An den Portalen befinden sich z.T. Azulejos, die das Wappen des Besitzers tragen oder auch religiöse Figuren. Manche sind außerdem mit Stuckdekor geschmückt. Typisch für eine Hacienda ist ein Turm in unterschiedlichster Bauweise, auf dem sich ein Mirador befindet, von dem aus die Arbeiten auf dem Hof wie auch die der Umgebung überwacht werden konnten. In der Hacienda de Guzmán, die östlich von Sevilla liegt, besitzt jeder Gebäudetrakt einen Patio.

Horchata de Chufa – Erdmandelmilch

Chufa ist eine haselnussgroße Erdfrucht, aus der das spanische Sommergetränk gewonnen wird. Sie stammt aus dem El Chuf (Sudan) und wurde schon in Urnen 6.000 Jahre alter ägyptischer Wüstengräber gefunden. Im 13. Jahrhundert brachten die Araber sie dann nach Andalusien. Die Frucht wächst nur in einem kleinen Gebiet um Valencia. Der Ort Alboraya gilt als Geburtsort der Erdmandel. Dort ist sie auch im Wappen des Dorfes verewigt und gibt der wichtigsten Straße ihren Namen: Avenida de la Horchata. Die Setzlinge werden im Frühjahr in den sandigen Boden gepflanzt. Die kleinen Knollen, die unter der Erde wachsen, werden von Oktober bis Dezember geerntet. Die Mandeln werden danach getrocknet, sortiert, gereinigt und gemahlen.

Anschließend wird der Masse Wasser, Zucker und Zitronensaft zugefügt. Durch ein Leinentuch gepresst kann sie dann gleich getrunken oder für die heißen Monate im Jahr tief gefroren werden. Die Horchata ist nicht nur ein erfrischender, milchig, nussig schmeckender Durstlöscher, sondern ist auch durch ihren Gehalt an Flavonoiden (Vitamin P), Biotin (Vitamin H) und Mineralien (Kalzium, Kalium, Natrium, Magnesium) sehr gesund. Da das Getränk keinerlei Konservierungsstoffe und Färbemittel enthält, ist es nur 1-2 Tage haltbar und muss spätestens 48 Stunden nach Herstellung verworfen werden. Als arbeitschaffender Wirtschaftszweig führte die Horchata-Herstellung aus wirtschaftlichen Gründen dazu, die Horchata zu pasteurisieren, in Flaschen abzufüllen und sie im ganzen Land in Supermärkten zu verkaufen. Der Geschmack ist mit einer frischen, geeisten Horchata, gekauft in einer Horchatería, allerdings nicht zu vergleichen.

Hoteles Rurales – Landhotels

Übernachtungen in Landhotels sind in Andalusien immer mehr im Kommen. Hier findet der Gast, besonders zu Zeiten der zahlreichen Ferias und Fiestas, die wohlverdiente Ruhe. Darüber hinaus hat er die Möglichkeit, die Naturlandschaften Andalusiens kennen zu lernen. Von den Hoteles Rurales aus können Wanderungen oder Ausflüge in die umgebenden Naturparks gestartet werden. Viele der landschaftlich schön gelegenen Landhotels verfügen über eine sehr hochwertige Ausstattung und versorgen den Gast auch mit Informationsmaterialien wie Karten, Wanderroutenvorschlägen, etc. Meistens verfügen die etwas abseits gelegenen Hotels über ein Restaurant mit exzellenter Küche, in dem der Gast die regionalen Spezialitäten genießen kann.